News

Pyrogentestung im Wandel – neue Technologien und steigende Anforderungen

Sowohl der Nachweis von Pyrogenen im Allgemeinen als auch der von Bakterien-Endotoxinen im Speziellen befinden sich in einer Phase des Wandels. Während klassische Nachweisverfahren seit vielen Jahrzehnten erfolgreich in der pharmazeutischen und medizintechnischen Qualitätskontrolle eingesetzt werden, gewinnen neue, nachhaltigere Analysemethoden, die im Sinne des Artenschutzes und Tierwohls ohne tierische Rohstoffe auskommen, zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig entwickeln sich diesseits und jenseits des Atlantiks die regulatorischen Rahmenbedingungen weiter und stellen Unternehmen im Pharma- und Medizinproduktemarkt vor die Herausforderung, ihre Prüfstrategien bestmöglich und langfristig auszurichten.

Mit größer werdendem Spektrum verfügbarer Testverfahren im Bereich des Endotoxin- und Pyrogennachweises steigt auch die Bedeutung kompetenter Laborpartner, welche die unterschiedlichen Technologien sicher anwenden und bei analytischen sowie regulatorischen Fragestellungen unterstützen können. Neben der Analytik gewinnen prozesskritische Aspekte, wie eine umfassende Methodenkompetenz, Know-how im Umgang mit komplexen Produktmatrizes sowie kurze und verlässliche Bearbeitungszeiten, zunehmend an Bedeutung. Auch die Integration innovativer, neu auf den Markt kommender Nachweisverfahren stellt viele Unternehmen vor strategische und methodische Herausforderungen, diese in Einklang mit den cGMP-Anforderungen zu etablieren.

Der klassische Limulus-Amöbozyten-Lysat-Test (LAL-Test), ausgeprägt als qualitativer oder quantitativer Assay, gilt weiterhin als etablierter Goldstandard für den sicheren Nachweis bakterieller Endotoxine. Dennoch entwickeln sich parallel rekombinante Verfahren rasant weiter und gewinnen an Bedeutung. Dem 3R-Prinzip (Replace, Reduce, Refine) gerecht werdend, kommen diese ohne tierische Rohstoffe aus und minimieren zugleich das Risiko kritischer Lieferketten wie auch geopolitischer Abhängigkeiten. Hierzu zählt insbesondere der biotechnologisch hergestellte rekombinante Faktor-C-Test (rFC-Test), der bereits in vielen Bereichen Anwendung findet. Aufgrund seiner Eigenschaften ist der rFC-Test im Europäischen Arzneibuch regulatorisch aufgenommen und den klassischen LAL-Testverfahren gleichgestellt. Auch die als rekombinante Kaskadenreagenzien (rCR) bezeichneten Analyseverfahren gewinnen an Aufmerksamkeit und diversifizieren in absehbarer Zeit die verfügbaren Möglichkeiten rekombinanter Endotoxintestverfahren.

Neben dem Nachweis bakterieller Endotoxine spielen auch nicht-endotoxische Pyrogene im Bereich der Qualitätskontrolle pharmazeutischer und medizintechnischer Produkte eine bedeutende Rolle. Fällt die Fragestellung daher auf fiebererzeugende Substanzen im Allgemeinen und nicht allein auf Bakterien-Endotoxine im Speziellen, bedarf es anderer analytischer Nachweisverfahren. 

Weltweit zeichnet sich dabei eine Entwicklung von in-vivo hin zu in-vitro Verfahren ab. In Europa substituierte Anfang des Jahres 2026 der in-vitro Monozyten-Aktivierungstest (MAT) das in-vivo Verfahren des Kaninchen-Pyrogentests (RPT) vollständig. Vergleichbare Entwicklungen sind auch auf globaler Ebene zu verzeichnen. 

Mit der Weiterentwicklung des Monozyten-Aktivierungstests zeichnen sich neue, innovative MAT-Methoden ab. Folglich wächst nicht nur die Zahl verfügbarer MAT-Methoden, sondern auch die Herausforderung, das geeignetste MAT-Prüfverfahren zu wählen. Berücksichtigt man die Komplexität analytischer Fragestellungen, gewinnt die wissenschaftliche Begleitung von Projekten kontinuierlich an Bedeutung. Fundierte Expertise in der MAT-Analytik sowie umfassendes Know-how bei der Einführung neuer MAT-Methoden und -Technologien stellen entscheidende Wettbewerbsvorteile dar.

Mit einer über 30-jährigen Erfahrung als Labordienstleister verfolgt Labor LS die Entwicklungen auf dem Gebiet der Pyrogen- und Endotoxintestung seit vielen Jahrzehnten. Auf dieses Fachwissen greift Labor LS bei analytischen und regulatorischen Fragestellungen sowie bei Methodenentwicklungen und Produktvalidierungen zurück und unterstützt bei aktuellen Themen und Fragestellungen rund um Pyrogene und deren Nachweis. Hierbei kann Labor LS auf klassische Endotoxinnachweisverfahren mittels Limulus-Amöbozyten-Lysat-Test (LAL-Test)  wie auch auf innovative Prüfmethoden wie den rekombinanten Faktor-C-Test (rFC-Test) oder den Monozyten-Aktivierungstest (MAT) zurückgreifen.

Die Weiterentwicklung der Testmethoden wird auch künftig neue Möglichkeiten eröffnen. Für Hersteller ist es daher entscheidend, technologische Entwicklungen und regulatorische Anforderungen kontinuierlich im Blick zu behalten, um eine zuverlässige und zukunftsfähige Kontrolle pyrogener Verunreinigungen sicherzustellen.